
Bild: (v.l.n.r.) Michael, Marko, Thorald und Michael in der "Long Bar"
09.04.2000
London aus anderer Sicht
Vorstand tagt in englischer Metropole
Am 2. April 2004 traf sich eine, leider um den Festleiter, der aus beruflichen Gründen verhindert war, verkleinerte Vorstandsmannschaft des Collegiums in Langenhagen am Flughafen, um ein verlängertes Wochenende in London zu verbringen.
Es sollte jedoch keine reine Lustreise werden, denn wir waren von Thorald eingeladen worden, die Tage in London im feinen und exklusiven Royal Automobile Club (RAC) zu wohnen, dem Thorald seit langer Zeit als Mitglied angehört. Dabei stand das Studium eines der feinsten Londoner Herrenclubs im Vordergrund, für den es wie für das Collegium eine Anzugsordnung und auch sonst allerlei Regeln gibt. Nur ist die Anzugsordnung nicht in 10 Zeilen sondern auf drei Seiten geregelt. Doch der Reihe nach...
Zunächst hatten wir einen angenehmen Direktflug nach London Heathrow. Von dort aus ging es mit der U-Bahn ins Zentrum. In der Nähe von Trafalgar Square, Piccadilly Circus und Buckingham Palace liegt – im Herzen von „Clubland“ – der RAC, der für drei Tage unsere Bleibe sein sollte.
Als wir die Eintrittformalitäten geregelt hatten wurde der Club zunächst besichtigt. Wir sahen sehr imposante Räumlichkeiten inklusive Squash Courts, einem eindrucksvollen Schwimmbad mit Sauna etc., mehreren Bars, einer gut bestückten Bibliothek, Konferenzräumen, Ballsälen, Restaurants und nebenbei schönen Zimmern. So bestätigte sich unser erster Eindruck, daß die Briten wirklich was vom Clubleben verstünden.
Dann war es Zeit, das erste englische Bier zu trinken. Dazu gingen wir in die „Long Bar“ des RAC. Die Bar war sehr gemütlich mit einem schönen langen Tresen. Wir bestellten „Pints“ und setzten uns vor einen brennenden Kamin in große, bequeme Ledersessel.
Danach erkundeten wir das nähere Umfeld von Piccadilly Circus, Leicester Square und Trafalgar Square. Am Covent Garden empfahl uns Thorald eine gastliche Stätte, wo neben dem lokalen Gebräu auch die typische Küche (Fish & Chips) ausprobiert werden konnte. Nach langen Erkundungen der Stadt auf Schusters Rappen und einigen Kurzaufenthalten in verschiedenen Pubs kehrten wir ermattet in den RAC zurück.
Für den Abend hatten wir einen Tisch in einem befreundeten Club reserviert, der ursprünglich von Frauen britischer Offiziere Anfang des letzten Jahrhunderts gegründet wurde. Dieses ist auch unverkennbar durch die plüschige Art der Ausstattung des Clubs. Seit 1976 steht er jedoch für jedermann offen und ist heute der bevorzugte Club für englische Schauspieler.
Für die Mitglieder der diversen Clubs – ob Gentlemen, Ladies oder gemischt – zählt, daß sie in ihrem Club ein „Home-away-from-Home“ finden. Dazu gibt’s den Service eines First-Class Hotels zu günstigen Preisen und die Möglichkeit bei Reisen in ferne Länder die Annehmlichkeiten von befreundeten Clubs weltweit zu genießen.
Im Laufe der nächsten Tage erkundeten wir einige weitere Clubs, arbeiteten intensiv in einer Vorstandssitzung, tranken und aßen englische Spezialitäten (Lamm mit Minzsoße kann tatsächlich gut schmecken!), und shoppten so gut es ging – auch wenn London sehr teuer ist. Kurz wir hatten eine gute Zeit.
Die Anzugordnung der Clubs (die je nach Wochentag bzw. –ende und Tageszeit unterschiedliche Bekleidung vorsehen) beherrschten wir nach holprigem Anfang und bewegten uns stilsicher durch die Hallen der englischen Clubwelten.
Nochmals vielen Dank an Thorald, ohne den die Fahrt so nicht hätte stattfinden können.
M.G.
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