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Sven Seißelberg vor dem Ipoh-Baum, Namensgeber der Zinn-Stadt Ipoh, Malaysia
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Bild: Bruchmeister mit dem Parl. Staatssekretär und Mitglied im Bruchmeister-Freundeskreis Gerd Andres (m)

30.05.2002

„Janz Berlin is’ eene Wolke, wa?“ - oder: Die Bruchmeister auf politischer Informationsreise in Berlin

Am Donnerstag, den 30. Mai 2002 trafen sich pünktlich um Donnerschlag 08.00 Uhr acht Bruchmeister am Hauptbahnhof Hannover zu einer Informationsfahrt nach Berlin auf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Gerd Andres.

Zu unserem Leidwesen vernahmen wir durch eine freundliche Lautsprecherstimme, dass der Bistrowagen geschlossen sei. Somit wurde kurzerhand die vorbeirollende Minibar geplündert und die Fahrt nach Berlin entspannt in Angriff genommen.

Bei herrlichstem Kaiserwetter, wurden wir durch eine charmante Mitarbeiterin des Bun-despresseamtes in Berlin Bahnhof Zoo in Empfang genommen und zu unserem Bus geleitet. Nun folgte auch schon sogleich der erste Programmpunkt, ein Besuch des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung, welches sich im historischen Kleisthaus in der Mauerstraße befindet. Gerd Andres lies es sich nicht nehmen, die Gruppe persönlich zu begrüßen und durch ein Referat in die doch zuweilen äußert zeitintensive Arbeit eines Parlamentariers einzuführen. Weiterhin wurden zum Teil die neuen Altersversorgungsmodelle kontrovers diskutiert.

Anschließend wurde ein gemeinsames, reichhaltiges Mittagessen in Leopolds Kontorhaus in der berühmten Friedrichstraße eingenommen. Der anschließende Bummel über diese Straße wurde unterschiedlich genutzt, ein Bruchmeister entschied sich spontan zum Kauf eines neuen Sommeranzuges (siehst gut aus Rolf), andere entdeckten historische Karten, welche Thorald bereits als eCards ins Web gestellt hat.

Hiernach hatten wir das Glück an einer sehr informativen, interessanten, mehrstündigen Stadtrundfahrt teilnehmen zu dürfen. Sämtliche Berliner „Das muss man gesehen haben“ Objekte wurden angefahren und durch die Stadtführerin erläutert. Somit wissen wir nun auch woher das Wort Muckefuck stammt! Leider gab, wenn man rechts im Bus saß nur links etwas zu sehen, und wenn man links saß nur rechts, aber wir tauschten uns geflissentlich über alles aus.

Am Ende der Rundfahrt gelangten wir an das Reichstagsgebäude, wo Herr Andres zu einem Fototermin für die Gruppe bereit stand. Nach diversen Fotos und eine Tasche mit äußerst informativen Material über das Parlament konnte dieses, vorbei an den Besuchermassen, nach strengen Sicherheitsvorkehrungen in Augenschein genommen werden.

Auf den Besuchertribünen des Plenarsaals konnte dann ein hervorragender Vortrag über das Gebäude und die Tätigkeit der Parlamentarier gehört werden, wonach sich der Unterzeichner dazu entschloss nie in die Politik zu gehen, viel zu stressig. Zum krönenden Abschluss war es möglich die Krönung des Reichstages, die Reichstagskuppel zu erklimmen. Es lohnte sich, für diesen Anblick hätte ich auch drei Stunden angestanden (na gut, ne ganze Ecke, aber nicht drei Stunden).

Via Bus fuhren wir zu unserer Unterkunft ,dem ESTREL Berlin Hotel Komplex in der bekannten Sonnenallee. Hier erwartete uns das Abendbrot, sowie leckere Biere, welche uns in der Folge dann leider finanziell Löcher gerissen hätten, wären wir nicht rechtzeitig von dannen getrabt.

Nunmehr sechs Bruchmeister machten sich auf, um Berlin-Neukölln entlang der Sonnen-allee bei Nacht zu erkunden. Wie Motten vom Licht, wurden wir von einem Licht in einer Seitenstraße angezogen, nämlich zu einer Lokalität mit dem Namen „Zum Magendoktor“. Während wir die ausgehängte Preistafel lasen, wurden wir durch eine nette junge Dame in unverwechselbaren Berliner Dialekt aufgefordert mal „rinzukieken“.

Gesagt getan und nicht bereut. Flugs wurden vom gegenüberliegenden Italiener drei Pizzen geordert und in die Kneipe eingebracht (nach Rückfrage natürlich). Zu diesem Mahl gab es unschlagbar leckeres, frisches, großes Berliner Bier aus dem Henkel und einige stärkere alkoholische Kleinstgetränke daselbst. Dies alles für einen Preis der so unschlagbar günstig ist, dass wir beschlossen, irgendwann einmal hierher zurückzukehren. Wer meint Berlin sei teuer der irrt nicht nur mächtig, sondern mächtig gewaltig. Hier die Adresse. „Zum Magendoktor“, Mareschstraße 19 in 12055 Berlin-Neukölln. Von hieraus ein riesiges Dankeschön an Juliane!

Mit der nötigen Bettschwere schlummerten nun alle Bruchmeister, hoffentlich zufrieden, in ihrem Betten um am nächsten Tag zu neuen Taten frisch gewappnet zu sein.

Dieser Tag kam und zwar ziemlich früh. Gut gestärkt nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet nahm uns der Bus gegen 08.30 Uhr auf und fuhr zum Schöneberger Rathaus. Dieses wurde alsgleich besichtigt, ebenso die interessante Willy-Brand Ausstellung. Glücklicherweise war auf dem John F. Kennedy Platz gerade Wochenmarkt, so konnte sich der eine oder andere doch noch eine „Breslauer“ aus dem Wurstkessel einverleiben, bevor uns nun richtig gezeigt wurde, dass Berlin politisches Zentrum ist und wir durch eine Großdemo doch mit einiger Zeit Verspätung in der Niedersächsischen Landevertretung ankamen, wo wir dann zu Mittag aßen, mit Scholle und natürlich einem kleinen Bier. In der anschließenden Führung und Diskussion wurde die besondere Bedeutung einer Landesvertretung dargelegt.

Nun frisch genährt hielten wir auf das Auswärtige Amt zu, Joschka hatte zwar keine Zeit, der eigentlich für uns zuständige Redner auch nicht, jedoch eine schnell eingesprungene, außerordentlich kompetente Vertretung machte uns dann mit den Aufgaben des Auswärtigen Amtes in guter Art und Weise vertraut.

Mit dem Ende dieses Programmpunktes näherte sich auch das Ende der Reise. Das Kaiserwetter dachte sich wohl, wenn die Bruchmeister gehen, dann tue ich dieses auch und kurz vor unserer Abfahrt regnete es denn dann auch termingerecht über dem Bahnhof Zoo.

Hier allen, die zu dieser höchst interessanten und tollen Reise beigetragen haben, vor allem unsere Reisebegleitung und natürlich Herrn Andres herzlichen Dank.

Timm Geuke

 

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