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Dennis Sander auf dem Arber Berg im Bayrischen Wald mit Blick auf den Hohenbogen
Dennis Sander auf dem Arber Berg im Bayrischen Wald mit Blick auf den Hohenbogen

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01.01.2000

Kleiner Ausflug in die Stilkunde

Das kleine ABC der Kleiderordnung, damit man sich sicher auf dem Parkett bewegt.

White Tie - Frack
Die seltenste, aber die strengste Kleidervorschrift: Frack (auch gern mit Orden). Ein Muß: weiße Schleife und schwarze Lackschuhe. Für elegante Hochzeiten, Bälle und festliche Premieren. Für Damen langes Abendkleid (gern mit Dekolleté).

Black Tie - Smoking
Der schwarze, möglichst einreihige Smoking (amerik. auch Tuxedo) ist die richtige Wahl für gesellschaftliche Ereignisse nach 15 Uhr. Nur ersatzweise dunkler Anzug. Damen: Abendkleid, notfalls das kleine Schwarze.

Cut
Der Cut (die Bekleidung der Amtierenden Bruchmeister - kurz f. Cutaway oder engl. Morning Coat) ist der Frack des Tages – für besondere Anlässe morgens oder bis 15 Uhr. Dazu gehört die gestreifte Stresemannhose, ein weißes Kragenhemd (ggf. auch mit Kläppchenkragen), eine graue (zumindest einfarbige/ungemusterte) Weste mit silbergrauer Krawatte.

Dinner-Jackett
Der Klassiker für alle gesellschaftlichen Tages-Anlässe. Das Dinnerjackett wird ausschließlich zu Abendveranstaltungen unter freiem Himmel getragen, vorzugsweise in den Monaten ohne „r“ im Namen. Nach eigenem Geschmack: schwarze oder farbige Schleife, passend zu Pochette und Kummerbund! Ideal für Hochzeiten, Sommerfeste und Cocktailparties. 

Dunkler Anzug
Alle dunklen Farben (außer braun und schwarz), weißes Hemd und Krawatte. Die Damen im Cocktailkleid oder in festlichem Kostüm.

Business Suit
Alle Anzüge, auch Kombinationen mit Blazer und Krawatte, keine Jeans (!). die Damen im Kostüm oder Hosenanzug, keine Freizeithosen. Die gelockerte Version ohne Krawattenzwang heißt „Business casual“.

Smart casual
Hier wird es schon sportlicher: ohne Krawatte, das Jackett kann abgelegt werden. Auch ein Polo-Shirt ist erlaubt. Damen: Bluse oder Pullover.

Sommerlich elegant
Auf jeden Fall keine Kurzen Hosen, keine Sandalen für Herren, keine Sportklamotten. Keine T-Shirts. Geschmackvoll und farbenfroh.

Ländlich-elegant (auch: Ländlich-sittlich)
Die Gelegenheit für Trachtenjoppen und Hirschhornknöpfe, für das Tweedjackett oder je nach Ort der Einladung: das Dirndl. Minimum: schickes Halstuch.

 

Hier klicken für einen kleinen Ratgeber zum runterladen (.pdf).

 

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Die folgende Geschichte gehört in die Kategorie: „und wenn sie schon nicht wahr ist, so ist sie wenigstens vergnüglich“. Die Rede ist von einem jungen erfolgreichen Banker, der von seinem obersten Chef zu einem Gala-Dinner anläßlich des Firmenjubiläums eingeladen wird. Die festliche Einladungskarte vermerkt: „Black Tie“. Unser Mann läßt sich seinen schwärzesten Anzug aufbügeln, sucht lange unter seinen Krawatten bis er einen schwarzen Lederschlips findet und steht am Abend unter lauter Smokingträgern da wie jemand, der zu einer Beerdigung unterwegs ist.

Natürlich hätte auf der Einladung auch „Smoking“ stehen können, dann wäre das alles nicht passiert. Aber die Kleiderordnung wird auch in Deutschland immer öfter auf Englisch verabreicht. Und „Black Tie“ meint die schwarze Fliege, die zum Smoking getragen wird, wie „White Tie“ folglich die weiße zum Frack bezeichnet.

Schwarze Anzüge sind die Uniform von Kellnern, Trauergästen und Bruchmeistern. Alle anderen Farben darf der Anzug eines Gentleman haben. „Hauptsache, er ist dunkelblau“, sagt an dieser Stelle stets Umberto Angeloni, der Chef der römischen Schneiderei Brioni.

Wer sich von seinen Gästen, was ja heutzutage immer seltener vorkommt „Black“ oder – außer auf dem Wiener Opernball ganz selten – „White Tie“ erbittet, gibt präzise Kleiderregeln; auch für Damen (siehe unten).

Doch es grassiert da auch eine falsch verstandene Zurückhaltung unter deutschen Gastgeben: Man kann doch seinen Gästen nicht so enge Vorschriften machen. Ein Freifahrtschein für alle Modegags, bis hin zu exzentrischen Outfits.

Traditionell ist besonders der Sommer eine schlechte Zeit für Etikette: Steigen die Temperaturen, gehen die Krawatten runter; luftig, locker und bequem heißen die Kleidungsideale, und natürlich sind schlipslose Gesellen heute keine Exoten mehr, sondern die mehrheitliche Partyrealität. In teuren Tropenrestaurants der Karibik gibt es folgende Warnhinweise: „No Jeans, No Shorts, No Tanktops (Trägerhemdchen). Vielleicht wäre das mal ein sinnvoller Kleidungshinweis bei einer Gartenparty-Einladung.

Schon ein kurzärmeliges Hemd gilt in besserer Gesellschaft als ziemlich daneben. In der Berliner Gesellschaft, die nun freilich nur wenige noch die gute nennen, wird das kurzärmelige Hemd sogar unter dem Anzug getragen.

Ob das nun schlimmer oder weniger peinlich ist als die nackte Wade, die immer mal wieder unter hochgerutschter Hose vorgezeigt wird, dürfte Geschmackssache sein. Die Freunde kurzer Socken gibt es (leider) in allen Klassen. Es gilt jedoch immer: Socken in Schuhfarbe und nicht (wie einige „Mode-Gurus“ verbreiteten) der Farbe der Hose.

Eine weit verbreitete Mode, von alle Illustrierten beharrlich empfohlen, ist das kragenlose T-Shirt unterm (Leinen-) Jackett. Das hatte Giorgio Armani in den achtziger Jahren für die amerikanische TV-Serie „Miami Vice“ entworfen. Es sieht bei fast allen Männern unzivilisiert aus, insbesondere, wenn die Brustmuskulatur nicht so ausgebildet ist wie die eines Schwimmweltmeisters. Dennoch mauserte sich der kragenlose Look zur Uniform von Schauspielern und sogenannten Kreativen. Das Baumwollshirt ist dann übrigens meistens schwarz.

Sonst sind Uniformen, die richtigen, gesellschaftlich hochangesehen. Wenn etwa auf einer Einladung „Abendanzug“ steht, geht jeder standesbewußte Militär in seiner Ausgehmontur als korrekt gekleidet durch. Das macht ihnen nur noch die Folklore nach: Als Bayer in Feiertagstracht oder im Abenddirndl braucht man keinen Smoking und kein Cocktailkleid; Schotten im Kilt und Scheichs in der Dschellaba haben ebenfalls keine Probleme. Letztere können sogar in ihren Sandalen kommen. Denn: Unter ihren bodenlangen Gewändern sieht man die Füße nur ganz selten....

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