Zufallsbild
Startseite
 

Wetter

Bruchmeister:magazin

Thorald Abramowski vor der Scala in Mailand
Thorald Abramowski vor der Scala in Mailand

facebook

25.04.2002

2003: Zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung, zum Reisen topfit

Unter diesem Motto, so hätte man es bezeichnen können, waren zwanzig trinkfeste (so schreibt es der "Gesetzgeber" vor) Bruchmeister zur diesjährigen Herrenfahrt Richtung Österreich aufgebrochen.

Aber alles schön der Reihe nach, denn der Leser soll schließlich und endlich auf die Reise mitgenommen werden. Am 16. Mai 2003 trafen sich gegen 07.15 Uhr zwanzig Mitglieder des Collegiums ehem. Bruchmeister der Hauptstadt Hannover e. V. am ZOB, um gemeinsam im benachbarten Österreich vier Tage zu verleben. Die Abfahrt war für 07.30 Uhr geplant.

Unser Festleiter Rolf hatte sich schnell einen Überblick verschafft und festgestellt, dass College Thomas Stahlhut noch nicht anwesend war. Durch einen Anruf wurde er sofort zum ZOB zetiert, was ihn dazu veranlasste, für einen Augenblick seinen gnadenlos gesunden Schlaf zu unterbrechen. Als Thomas im Bus einen Platz eingenommen , um seiner recht unterhaltsamen Lieblingsbeschäftigung weiter nach zu gehen, und sich das Fahrzeug bereits in Bewegung gesetzt hatte, war plötzlich College Jens Glaubitz verschwunden. Dieser verließ zwischenzeitlich aus irgendwelchen Gründen auch immer seinen Platz und schließlich den Bus, um plötzlich händeringend aus irgendeiner Ecke wieder aufzutauchen, um an unserem Ausflug doch noch teilnehmen zu können. So wurde die Abfahrt auf 07.55 Uhr vertagt.

Es ging ab auf die A7 Richtung Süden. Gegen 13.00 Uhr erreichten wir bei der zweiten Pause einen kleine Rasthof bei Wiesenthaidt, um unsere beiden Collegen Michael Hartmann und Manuel Schulz aufzusacken. Diese Gelegenheit wurde gleichzeitig genutzt, um die überfüllten Abfallbehälter zu entleeren. Über deren Inhalt kann man sich, nach meiner Meinung, wohl jeden weiteren Kommentar ersparen, wenn zwanzig Bruchmeister topfit durch die Lande reisen. PROST!

Im Anschluss an zwei weitere Erholungs- und Abfallbeseitigungspausen kam die Reisegruppe gegen 17.00 Uhr an den Grenzübergang nach Österreich. In Oberntauern um 19.15 angekommen, wo wir uns auf 1.850 m befanden, lieferten wir uns im Abendrot eine Schneeballschlacht. In dieser Region konnte man gut beobachten, welche Spuren Lawinen und Schneebruch anhand von Kahlschlägen und umgestürzten Bäumen hinterlassen können.

Nach zwölfstündiger Fahrt und circa 1000 gefahrenen Straßenkilometern erreichten wir gegen 20.00 Uhr den Ort Krakau und den Jagawirt, der in den nächsten Tagen unser Domizil sein sollte.

Um 21.00 Uhr betrat eine durstige und hungrige Reisegruppe den nahegelegenen Stiegenwirt, um sich bei Murnauer Gerstensaft und Kalbshaxe zu stärken und die ersten Bedürfnisse zu stillen. Anschließend traten wir unsere kleine Reise durch den hauseigenen "Obstgarten" in Form von hochprozentigen an. Hier mussten einige Stationen im zweistelligen Bereich absolviert werden, um alles das zu inhalieren, was dort so gebrannt wird und für zuhause mitgenommen werden sollte.

Als auf dem Weg zu unserer Unterkunft kurz nach Uhlenflucht ein neuer Tag herangebrochen war, gratulierten die Schwarz-Weißen ihrem Bruchmeister-Anwärter Torsten Niemann telefonisch zum Geburtstag und ließen ihn musikalisch würdig hochleben.

Wann die letzten Partylöwen sich in die Waagerechte zurückgezogen haben, ließ sich am Sonnabend beim Frühstück nicht mehr feststellen, aber einige Mitreisende waren etwas blass um die Nase und dunkle Ränder um die Augen ließen sich ausmachen. Sogar der Ausdruck "Alte Sickergrube" soll gefallen sein.

Der Sonnabendvormittag galt der freien Verfügung. Ein kleiner Bruchmeister-Kreis machte sich auf den Weg und besuchte einen gepflegten Pflanzen-Lehrpfad, der von einem ansässigen Naturverein oder von der dortigen Jägerschaft zu eventuellen Ausbildungszwecken angelegt worden war.

Gegen 12.30 Uhr wurde wieder zur Belustigung und Erheiterung der topfitten Hannoveraner geblasen. Kurz vor Aufbruch zum Mittagessen, alle hatten sich inzwischen am Bus versammelt, stürzte ein Gast des Jagawirts auf uns zu und verkündete, dass jemand von Zimmer 22 lautstark von innen an die Tür donnerte und brüllte. Es war tatsächlich ein echter "Brüller"! Was war passiert? Die Collegen Marco und Jens, letzterer auf einem oder beiden Ohren etwas taub, so ganz ließ sich das nicht mehr lokalisieren, hatten gemeinsam die Nr. 22 bezogen. Beim Verlassen des Zimmers hatte Jens akustisch nicht mitbekommen, dass Marco noch mal eben ins Badezimmer gewechselt war und hatte ihn schlichtweg im Zimmer eingeschlossen.

Hier klicken für ein Video - 1,37 MBIm Anschluss an eine ausgiebige Mittagspause, begleitet von Gebrautem und Gebranntem brachte uns der Bus zum eigentlichen Höhepunkt unserer Herrenfahrt 2003. Dem Wasserscheibenschießen an einem traumhaft gelegenen See. Nach einer kurzen Einweisung (Haltepunkt etc.) durch den Betreiber Gerhard, war jeder Schütze dazu berechtigt fünfzehn Schuss aus dem Kleinkalibergewehr auf eine Entfernung von 108 m auf die sich auf der Wasseroberfläche spiegelnde Ringscheibe abzugeben. Geschossen wurde in der Disziplin sitzend aufgelegt. Die ersten fünf Schuss galten der Probe, die zweiten und dritten der eigentlichen Wertung, wobei die bessere der beiden Serien von Entscheidung waren. Sicherlich hätten einige, wenn nicht sogar alle, gern noch mehr geschossen, aber wo die Grenze ist, ist die Grenze.

Beim anschließenden sogenannten steirischen Kegeln mit einer ovalen Holzkugel herrschte dann wieder der Frohsinn. Sicherlich hat hier der eine oder andere in den herrlichen Waldungen rund um den See mehr Bekannte getroffen als die eigentlichen Ziele, nämlich die einzelnen Kegel.

Begleitet wurde der Aufenthalt in der Natur von drei Musikern, die es in sich hatten. Vom Invaliden bis zum Drogenabhängigen war alles vertreten. Hauptsache wir hatten unseren Spass! Und den hatten wir! Zwischenzeitlich hatte ich aufgeblockt wie ein alter Habicht, da eine blonde Motorradfahrerin meine besondere Aufmerksamkeit fand, die allen Anschein nach kein Kind von Traurigkeit war. Während der Abendbrotzeit in Form von Grillen, nahm Gerhard die Siegerehrung der Plazierten vor. Das Schlusslicht, leider mit der geringsten Ringzahl, erhielt auf einem Teller zwei servierte Bockwürste zum sofortigen Verzehr und als Beilage zur besseren Verdauung einen doppelten Obstler. PROST Frank! Die drei Erstplazierten, das waren die Collegen Marco, Siegbert und Marcus, erhielten aus den Händen des Veranstalters einen kleinen Präsentkorb. Euch drei Collegen von dieser Stelle noch einmal SCHÜTZENHEIL!!

Den Sonnabend ließen die Schwarz-Weißen nach alter Bruchmeistersitte feucht-fröhlich ausklingen, welches nach einigen Gesichtsauszügen und Äußerungen am nächsten Morgen beim Frühstück herausgefiltert werden konnte.

Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten der feiersüchtigen Partylöwen brach die inzwischen etwas müde gewordene Reisegruppe zu einer Wanderung Richtung einer in circa 6,5 km weit entfernten Alpengasthütte auf. Der graue Weg aus Mineralgemisch führte uns bis auf wenige Steigungen fast ebenmäßig zum Ziel, der von einem breiteren Bachlauf begleitet wurde. Das geschulte Jägerauge hatte keine Mühe die auf dem Pfad stehenden zahlreichen Wildfährten zu entdecken und den rechts und links vom Wegesrand blau blühenden Enzian zu betrachten. Am Ziel angekommen, wurden wir vom Bellen eines alten Hannoverschen Schweißhundes empfangen. Die gastfreundliche Jägerfamilie, die die urige Hütte betreibt, hat uns, was das leibliche Wohl angeht, nach dem Aufstieg bestens versorgt und mit einem traumhaften Blick auf die Bergwelt der Steiermark belohnt. Mittels Spektiv und Doppelglas konnten zwischendurch einige vom Hausherrn und dem Jüngsten der Familie ausgemachte Gemsen beobachtet werden. Mit einem dreifachen Traditions-Horrido dankten wir der Familie für die Fürsorge sowie für die hervorragende Bewirtung, die wir erfahren durften und begaben uns nach circa 2,5 Stunden zum Abstieg.

Zum Glück mancher Bruchmeister war der Bus uns etwas entgegengekommen, so dass der Rückmarsch um ein ganzes Stück verkürzt wurde. Die Rückfahrt zu unserer Unterkunft wurde durch zwei Haltestellen unterbrochen. Die Erste diente dem Einkauf von Gebranntem. Da die durstigen Seelen am Sonntag nicht mehr genau wussten, was sie Freitag über die Kehle haben laufen lassen, musste noch einmal probiert werden, was in die Heimat überführt werden sollte. Anschließend brachte uns der Bus zur Besichtigung eines Wasserfalles, auf den aber einige wegen Fußkrankheit verzichteten und sich lieber mit Gerstensaft erfrischten.

Nach dem gemeinsamen Abendessen ließ jeder Bruchmeister auf seine Art und Weise den Sonntag beenden.

Die morgentliche Rückfahrt am Montag nach Hannover gestaltete sich anfänglich erst durch eine kleine Irrfahrt problematisch, aber unser fantastischer Busfahrer hat uns alle gesund und munter nach ebenfalls zwölfstündiger Fahrt an unseren Ausgangspunkt und Heimathafen zurückgebracht.

Als Erinnerungsgabe konnte jeder Bruchmeister eine Palette mit 24 Flaschen Bier der dortigen Brauerei in Empfang nehmen, auf deren Etiketten der Schriftzug "Bruchmeister-Bräu" zu lesen war und die vier städtischen Standarten sich zeigten.

Zum Schluss meines kleinen Berichts möchte ich es nicht versäumen, mich im Namen aller Bruchmeister bei unserem Festleiter Rolf Franke und unserem "Reiseleiter" Gottfried Würger zu bedanken, die maßgeblich zum Geschehen und zum Gelingen dieser Fahrt ihren Einsatz gebracht haben.

Mit Traditions-Horrido
Matthias Dreyer

 

Das Programm:

Freitag, 16.5.2003
07.00 Uhr Treffen
07.30 Uhr Abfahrt
18.00 Uhr Ankunft Bezug der Zimmer (Jagawirt)
20.00 Uhr Schnapsprobe und Jause

Sonnabend, 17.5.2003
Vormittag zur freien Verfügung
12:30 Uhr Mittagessen (Stiegenwirt)
15.00 Uhr Wasserscheibenschießen, Grillen, Musik, Steirisches Kegeln
(ovale Holzkugel)

Sonntag, 18.5.2003
11.00 Uhr Aufstieg zur Grazer Hütte (2 Std.)
Mittagessen und Abstieg
20.00 Uhr Gemeinsames Abendessen (Jagawirt)

Montag, 19.5.2003
9.00 Uhr Abfahrt
ca.21.00 Uhr Ankunft Hannover ZOB

 

Zur Übersicht zurück

Weitere Artikel zu diesem Thema