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Bruchmeister:magazin

Uwe und Petra Bartels während der Silberhochzeitsreise auf der Brooklyn Bridge in New York
Uwe und Petra Bartels während der Silberhochzeitsreise auf der Brooklyn Bridge in New York

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18.05.1999

1999: Die Bruchmeister im Kloster ! - oder: noch 30 Minuten...

Andechs, eine 2200 Seelen-Gemeinde im oberbayrischen Landkreis Starnberg sw. von München und ein berühmter Wallfahrtsort war vom 23.04. bis zum 25.04.99 dem Ansturm von 16 unternehmungslustigen Bruchmeistern ausgeliefert.

Passend zum "Tag des Bieres" sollten im Kloster Andechs die Bierspezialitäten der Klosterbrauerei, die seit 1455 Bier braut, eine Qualitätskontrolle durch die anspruchsvollen Zungen der Bruchmeister erfahren.

Begonnen hat die Fahrt zum Kloster gut gelaunt um 7.00 Uhr am ZOB Hannover. Mit leichter Verspätung setzte sich der Bus in Richtung Süden in Bewegung. Im Bus wurde erst einmal zünftig mit Landjägern, Mettwurst und Schinkenbrötchen gefrühstückt – auch für die flüssige Nahrung war bestens gesorgt. Wie sich bei der Ankunft in Andechs zeigte, hatte der Bus nur einen unwesentlich höheren Treibstoffverbrauch als die Insassen. Verständlicherweise war die Stimmung auf der Fahrt hervorragend, nur kurz vor Andechs wurde sehr häufig die Frage an Michael Muszinsky, den "Reiseleiter", gerichtet: "Michael, wann sind wir endlich da?!" – die Antwort lautete stets "noch 30 Minuten....." und wie es sich für Michael an diesem Wochenende zeigte, war diese Antwort universell auf alle Fragen in allen Lebenslagen anwendbar.

In Andechs wurde zuerst das "Hotel zur Post" angesteuert. Ein schöner, umgebauter bayrischer Bauernhof mit zusätzlichem Gästehaus, integriertem Trachtenladen und Wildspezialitätenmetzgerei, sowie eigenem Wildgehege. Zum Leidwesen von Paul-Eric Stolle hatte das Dammwild aber gerade "Schonzeit".

Nachdem jeder seine Zimmergenossen gefunden und Quartier im Hotel bzw. Gästehaus bezogen hatte, ging es endlich zum eigentlichen Ziel der Reise – das Kloster mit seinem beeindruckenden Biergarten. Noch beeindruckender allerdings waren die Schweinshaxen die uns dort kredenzt wurden. Sie stammten wahrscheinlich von der Rasse Sus gigantus bavarium – wurden aber von uns einfacherweise "Brontohaxen" genannt. Auch konnte nun jeder nach Herzenslust die verschiedenen Biere des Klosters verkosten, wie z.B. Andechser Doppelbock dunkel (7,1% vol.), Bergbock hell und verschiedene Weißbiere. Und wer sich vielleicht über Öffnungszeiten in Hannover's Gaststätten beklagt, dem sei gesagt, daß die Mönche pünktlich und exakt um 20.00 Uhr den Betrieb einstellten. Daher wurden die intensiven Studien über süddeutsche Brauereikunst in die nahegelegene Gaststätte "Klosterstüber'l" verlegt, wo der erste Abend in Andechs harmonisch ausklang.

Am nächsten Morgen stand Kultur auf dem Terminplan. Eine Besichtigung des Benediktinerklosters Andechs. Zunächst wurde aber erst einmal am äußerst üppigen Frühstücksbüffet zugeschlagen – der eine mit mehr, der andere mit weniger großem Appetit – jedoch auch Weißbier schien schon zu schmecken, obwohl dieses im Frühstücksraum sonst nicht serviert wird, erklärte die freundliche Bedienung. Nach kurzem Fußmarsch zum Kloster folgte eine kleine Besichtigung der Klosteranlage mit seiner spätgotischen, barockisierten Kirche. Zwischen ein und zwei Millionen Menschen besuchen jährlich den Heiligen Berg um das Marienheiligtum und/oder die Klosterbrauerei zu besichtigen. Eine Besichtigung der Kirche von innen war leider nicht möglich, da gerade die heilige Messe zelebriert wurde. Die Brauereianlagen befinden sich heute nicht mehr im Klosterkomplex, nur die Weißbiere werden im eigentlichen Kloster gebraut. Die modernen Brauerei- und Abfüllanlagen befinden sich am Fuß des Klosterberges. Um sie dem Landschaftlichen Bild anzupassen, wurden sie mit Holz verkleidet und als "Schuppen" getarnt.

Nach kurzem Frühschoppen im Kloster, Doppelbock wird übrigens am Wochenende im Kloster nicht ausgeschenkt, stand eine Wanderung zum Nachbarort Herrsching am Ammersee auf dem Programm. Das Wetter verschonte uns auch trotz Bewölkung zunächst mit Regen. Trocken und topfit kehrten wir zur Stärkung in den "Gasthof am See" ein. Nach dem Essen gönnte sich der eine oder andere noch ein Eis beim nahegelegenen Italiener, während es dann doch regnete. Aber der Schauer endete wie geplant zu Beginn der Bootsfahrt auf dem Ammersee (Herrsching-Riederau-Dießen-Herrsching). Jetzt konnte das Kloster Andechs schließlich von See aus unter Augenschein genommen werden. Im Linienbus ging es dann nach Andechs zurück.

Der letze Programmpunkt des Tages war am Abend die Einkehr in die am Vortag erkundete Gaststätte "Klosterstüber'l" zum Abendessen und geselligem Beisammensein. An zwei Tischen nahmen die sonderbaren Nordländer zur Freude des tschechischen Wirtes Platz. Und so manches Glas der hiesigen Bierspezialitäten wurde unter den staunenden Augen der Urbevölkerung geleert. Auch Klosterlikör und Obstler fanden ihre Freunde. So kam es auch das die Bruchmeister von Tisch 1 ihren Kollegen am Nachbartische eine Runde Obstler kredenzten. Der Wirt schenkte ordentlich aus seinen schönen Obstlerflaschen aus, man konnte den guten Obstler förmlich riechen – allerdings schmeckte er leider etwas wäßrig – Wasserschnaps!! Lautes Gelächter von Tisch 1 und ein entschuldigender Blick des Wirtes, der diesen Gag mitgemacht und Wasser in die leeren Obstlerflaschen gefüllt hatte, ließ die gefoppten Bruchmeister schnell mitlachen, besonders da es zur Entschädigung einen "kräftigeren" Obstler gab. Langsam klang auch der Abend des zweiten Tages aus und allmählich kehrte jeder Nachtschwärmer ins Hotel zurück, auch diese die den Einheimischen noch fachkundig bei der Bewachung des Maibaums, welcher eine Woche später aufgestellt werden sollte, geholfen hatten.

 

Michael MuszinskyAls der Morgen schließlich dämmerte, war es leider wieder soweit – die Heimfahrt stand kurz bevor. Noch einmal wurde das tolle Frühstück genossen, bei welchem sich hartnäckig das Gerücht hielt das auch das Sofa des Gästehauses sehr bequem zum schlafen sei, und dann hieß es endgültig Abschied nehmen von Andechs. Der Bus stand bereit und auch der Proviant eine Kiste "Bergbock" fehlte nicht, jedoch schmeckte es im Bus nicht mehr so gut wie in seiner natürlichen Umgebung Andechs. Auf der Rückfahrt wurde noch viel gelacht und an das Erlebte gedacht und damit der Abschied nach der Ankunft in Hannover nicht ganz so schwer fiel, konnte wer wollte noch einen Scheidebecher im Härke-Eck nehmen, welches übrigens auch Andechser Doppelbock dunkel in Flaschen führt.

Abschließend kann ich sagen, daß die Reise wohl jedem Teilnehmer enorm viel Spaß gemacht und sehr gefallen hat. Ein Erlebnis welches in guter Erinnerung bleiben wird und hoffen läßt, daß die Andechs-Tour nicht die letzte Fahrt ihrer Art gewesen ist.

Otto Brunflicker

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