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Bruchmeister:magazin

In der ZDF-Arena zur WM2006 in Berlin
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Die Bruchmeister vor dem Ayers Rock in Australien

Bild: Vorm Ayers Rock: Peter Steinborn, Alexander Jass, Thomas Schlocker, Bernd Beulecke, Carsten Goldmann, Marc Berner, Rolf Franke, Norbert Biester, Torsten Mensing, Thilo Ahrend und Bernd Jass.

03.08.1997

1995: Zum Schützenfest nach Australien

Am 4. Januar 1995 ging es nachmittags mit dem ICE pünktlich los. Bereits bei der Zugfahrt wurden wir durch einen Sekt in Urlaubsstimmung gebracht.

Pünktlich am Frankfurter Flughafen mit dem gesamten Gepäck angekommen und eingecheckt. Alles klappte wie meine Bürotür zum Feierabend.

Last but not least stach unser Thilo Ahrend mit Frau Rosi in Frankfurt dazu. Wir alle waren vom Reisefieber gepackt und als es endlich um 22:00 h los ging, waren wir alle erleichtert.

Erste Berührung mit asiatischem Boden hatten wir am 5. Januar. Auf dem internationalen Flughafen von Hongkong vertraten wir uns die Beine und es fiel auch nicht schwer angesichts der Preise auf ein Andenken zu verzichten. Gegen 20:00 h landeten wir in Singapur und wurden gleich mit einem riesengroßen Schild "Bruchmeistergruppe" von unserer aus Deutschland stammenden Reiseleiterin gegrüßt.

Schon auf der Fahrt in Hotel stellten wir fest, daß Singapur den Ruf als sauberste Stadt Asiens verdient. Kein Wunder, da jeder achtlos weggeworfene Gegenstand mit $1000 (X1,05 = DM) geahndet wird. Kaugummi ist sogar ganz verboten.

Im Hotel angekommen (unweit der Einkaufs-Prachtstraße Orchard Road) wurde ausgiebig geduscht und die Kleidung den subtropischen Temperaturen angepaßt. Aber irgendwie reichte dies allein nicht aus (Tauwetter für Dicke). Nach einem kurzen Spaziergang und einem ausgiebigen Essen im "Cafe de Prince" (nach dem Flugzeugessen ein Genuß) beendete ich den Abend mit einem Getränk an der Hotelbar Um 6:30 h am nächsten Morgen bemerkte ich, daß ich Urlaub hatte. Ich mußte zwar früher aufstehen als sonst, aber es sollte sich lohnen.

Das Frühstück in dieser Form sollte uns die ganzen 18 Tage begleiten (American Breakfast = Eier in allen Variationen, Speck, Wurst, Tomaten, Käse, Toast, Kalbswürstchen, u.s.w.). Um 8:30 h Stadtrundfahrt: Singapur; eine Bevölkerung von fast 3 Millionen Menschen auf einer Fläche von 40x30 km zusammengedrängt und doch eine der größten Wirtschaftsmetropolen der Welt. Eine quirlige Stadt die nur an den chinesischen Neujahrsfeiertagen etwas zur Ruhe kommt. Ein Einkaufspalast neben dem anderen. Im Vergleich dazu sind unsere Einkaufscentren kleine Krämerläden. Doch Chinatown hat seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Ringsherum ragen Wolkenkratzer bedrohlich nahe heran. Dies kümmert die chinesischen Geschäftsleute wenig. Sie verstehen ihr Geschäft und geben keine Ruhe bis sie durch ihre keinesfalls aufdringliche, zurückhaltende Art einen Erfolg erzielt haben. (z. B. ein Anzug um 12:00 h angemessen, wird um 18:30 in guten Qualität und Handarbeit im Hotel angeliefert.

Um 21:00 h gings weiter Richtung Cairns (Australien). Über Darwin, bei einem Klima bei dem unsere Kinder Schulfrei bekämen, flogen wir nach Cairns. Es war 9:00 h morgens als wir im Hotel ankamen. Unsere Zimmer waren natürlich noch nicht vorbereitet. Also habe ich mich an den Pool gelegt, andere zog es zu ersten Erkundungen in das nahe Zentrum der 120.000 Einwohner zählende Stadt, die ganz auf Tourismus ausgelegt ist.

Am nächsten Morgen ging es auf dem Segelkatamaran "Ocean Spirit" hinaus zum Barrier Reef. Wer wollte, erhielt eine Schnorchelausrüstung incl. Schwimmflossen (sogar Größe 48) und konnte loslegen. Eine phantastische Unterwasserlandschaft bot sich den schnorchenden Betrachtern. Eine Welt voll farbiger Korallen und eine Fischvielfalt wie sie sonst nur das heimische Tiefkühlregal im Supermarkt bieten kann. Fische zum greifen nah: schwarz, weiß, gestreift, spielten vor blaugefärbten sternförmigen Korallen. Auf der Rückfahrt waren alle erschöpft aber auch zufrieden über diesen schönen Tag am Great Barrier Reef.

Am nächsten Morgen gings per Bus weiter nach Townsville. Von dort weiter mit dem Bus nach Shute Harbour, wo wir an Bord einer Fähre gingen, die uns nach den Whitsunday Islands (Nationalpark mit 400 Inseln) brachte. Wie herrlich dieser Anblick von hellblauem Wasser, weißem Sand, Palmen, stahlendem Himmel und keiner Badeverbotsschilder. 1 1/2 Tage Urlaub, segeln, Jetski, Hubschrauberrundflug, abends Barbeque - einfach die Seele baumeln lassen.

Am 12. Januar fiel uns der Abschied von der Insel schwer. Vor uns lag jedoch noch eine lange Busfahrt mit Besuch der XXXX-Brauerei, die pro Stunde 200.000 Dosen Biet abfüllt und das rund um die Uhr (am Tag sind das 4,8 Mill. Dosen bei 18 Millionen Australiern - meine Gratulation).

Dann zog es uns doch zum Schützenfest nach Adelaide. Wir kamen um 13:25 h im Hotel an, zogen uns um und fuhren um 14:00 h in Schwarz zum Platz, um dort um 14:15 h am Ausmarsch teilzunehmen (dichtes Programm, was?). Wir wurden freudig erwartet und vom Präsidenten des südaustralischen deutschen Clubs, Fred Lorenz empfangen. Es wurde die australische und die deutsche Nationalhymne gesungen und außerdem die Hymne von Süd-Australien, die ein emigrierter deutscher Komponist Mitte des letzten Jahrhunderts schrieb. Es folgten Ansprachen in deutsch und englisch und auch der VHS-Ehren-präsident Heino Kook fand ein paar Worte. Danach war Empfang im Zelt für die Ehrengäste. Carsten Goldmann überreichte stellvertretend für das Collegium einen Teller der Stadt Hannover an Fred Lorenz. Das Collegium erhielt einen Boomerang mit Widmung. Nach einem dreifach donnernden Traditions-Horrido war der offizielle Teil beendet und das Schützenfest begann.

Zunächst machten wir uns als Sportschützen verdient. Torsten Mensing schoß beim Vogel das letzte Bein ab und dank guter Vorbereitung durch die Bruchmeister schoß Wilfried Warneke den Vogel ab und wurde damit Vogelkönig.

Es war ein schöner Tag, der für die letzten drei Bruchmeister, Torsten Mensing, Peter Steinborn und mich erst um 21:30 auf dem Schützenplatz endete.

Am Sonntagmorgen ging es um 8:30 h zur Stadtrundfahrt durch Adelaide unter Führung der "Deutschen Stimme" von Süd-Australien" Hans Renner. Er zeigte uns die Spuren der ersten deutschen Siedler, die hier in Adelaide 1848 an Land gingen (der deutschstämmige Anteil der Bevölkerung der 1,2 Millionen Metropole beträgt 20%). Gegen 12:00 hielten wir am Schützenplatz und 12 von uns nahmen an den schießsportlichen Wettkämpfen teil.

Andere - auch mich - zog es an den Strand. Um dorthin zu kommen, bestiegen wir eine alte Straßenbahn, die zweifelsfrei, noch aus der Kolonialzeit stammte und legten die schnurgerade 10 KM lange Strecke in einer halben Stunde zurück. Am Ende angekommen, wendete nicht etwa die Straßenbahn, sondern der Schaffner die Rücklehnen der Sitzbänke, und die Bahn fuhr auf dem selben Gleis zurück!

Am nächsten Morgen ging es zum "Barossa Valley", ein Tal, das deutsche Einwanderer zu einer fruchtbaren Gegend für den Weinanbau gemacht haben. Viele Orte tragen hier noch Namen deutschen Ursprungs: Hagendorf und Kaiserstuhl, um nur zwei herauszugreifen.

Ein prächtiger Anblick, dieses grüne Tal und ringsherum Dürre. Nach einer Weinprobe bei dem größten Weinproduzenten Sepells und einem gut bürgerlichen Essen im Restaurant Heidelberg fuhren wir zurück. Am folgenden Tag gings per Flugzeug ins Outback nach Alice Springs. Bei strömendem Regen kamen wir dort an. Die 26.000 Einwohner freuten sich über die Überschwemmungen (manch kölsche Jong könnte sich ein Beispiel nehmen) - wir weniger. Die Busfahrt zum Ayers Rock entfiel und dank schneller Entscheidung durch unseren Reiseleiter Jörg Ulf Gäbel und Carsten Goldmann wurden für uns die letzten Sitzplätze im ersten Flieger am nächsten Tag gesichert.

Die ungeplante Stadtrundfahrt durch Alice Springs wurde trotz Regen ein toller Erfolg. Die erste Telegraphenstation im Herzen Austaliens stand auf dem Programm; ebenso das Strehlow Research Center (benannt nach einem deutschen Professor, der das Vertrauen der Aborigines gewann). Hier werden Kulturgegenstände aufbewahrt, bis der Ältestenrat der Aborigines die nachwachsenden Ureinwohner für würdig befindet, das Erbe anzutreten.

Der "Royal Flying Doctor Service" ist ein Muß für jeden Australier der im Outback lebt. Diese ärztliche Versorgung aus der Luft ist ein wichtiger Bestandteil für das Überleben im Busch. Hier ist das Funkgerät eine wichtige Kommunikationsmöglichkeit. Deshalb erhält jeder neue Siedler ein Gerät, um den ständigen Kontakt mit den fliegenden Ärzten zu sichern. Am nächsten Tag flogen wir gegen 11:30 h zum Ayers Rock, der in Australien "Uluru" genannt wird.

Aber auch die Olgas, ein Bergmassiv in der Nähe des Uluru, sind ein schöner Anblick. Sie leuchten in der Abendsonne violett und der Sage nach sind es die Köpfe vier großer Krieger, die nach deren Niederlage abgeschlagen wurden. In Ruhe betrachtet kam ich zu derselben Ansicht.

Dann lag er vor uns, erhaben, noch blass Rot und doch majestätisch. Ayers Rock; ein Fels aus stark eisenhaltigem Gestein, das ihn beim Sonnenauf- und Untergang blutrot erscheinen läßt. Doch vor dem Sonnenuntergang hatten wir noch einen Foto-termin. Bei 30 Grad C in Bruchmeisterkleidung vor dem Fels und hinterher beim Sonnenuntergang ein Glas Sekt. Der blutrote Stein im Hintergrund - einfach phantastisch.

Wieder früh aufstehen! Um 4:15 h stand der Sonnenaufgang auf dem Programm (an dieser Stelle sei vermerkt, daß der Autor dieser Zeilen sich schon auf die Arbeit freute! Endlich ausschlafen und erst um 7:00 h aufstehen !). Nach dem Sonnenaufgang frühstückten wir und packten unsere Koffer, denn bereits am Nachmittag des selben Tages sollten wir in Sidney ankommen.

Hier wurden wir bei 23 Grad von unser deutschsprachigen Reiseleiterin begrüßt und zum Hotel im Stadtteil Kings Cross gebracht. Ein Stadtteil, in dem das Leben tobt. Nachtclubs, kleine Geschäft und 2Restaurants lösen einander ab. Hier ist auch das Berboun und Beafsteak Restaurant, ein Lokal das 24 Stunden, rund um die Uhr geöffnet ist und somit auf die Schlösser an den Eingangstüren verzichten kann. Auch hier bekam ich ein Steak von der Größe Helgolands zu einem guten Preis.

Der Morgen begann mit einer Hafenrundfahrt im Regen. Sidney ist eine Hafenstadt mit über 140 Buchten. Vom Wasser sahen wir die Stadt im Nebel. Viele Wolkenkratzer waren von Wolken verdeckt. Die Oper und im Hintergrund die Harbour Bridge waren ein toller Anblick. In den vielen Buchten waren die Häuser bis an die Ufer gebaut. Grundstücke sind auch hier Mangelware. Am Nachmittag fuhren wir per Bus nochmal einen Teil der Strecke ab, die wir zuvor vom Wasser gesehen hatten.

"The Rocks", der älteste erhaltene Teil der Hafenanlagen ist einen Besuch wert. In den vier ehemaligen Lagerhäusern sind Restaurants untergebracht, die abends vor der malerischen Kulisse der beleuchteten Musikdampfer und der Pier zu einem gemütlichen Essen unter freiem Himmel einladen. Oder der Sidney Tower, in 350 Meter Höhe in einem sich drehenden Restaurant die Nacht zu sehen ist ein unvergesslicher Anblick.

Bei schönem Wetter brach der letzte Tag an. Wir nutzten ihn um in Ruhe einen Einkaufsbummel im wohl schönsten Kaufhaus der südlichen Hemisphäre zu machen. 200 Geschäfte vereinigt das Queen Victoria Building, ein im viktorianischen Stil erbautes Geschäftshaus. Große Galerien und Lichthöfe zeichnen das Bild, der in 3 Etagen mit links und rechts angelegten kleinen Läden gegliederten Galerie. Mit dem Monorail gings durch Stadtzentrum. Dann hieß es Abschied nehmen von einem Land, das viel zu bieten hat, in jedem Fall eine Reise wert ist, das nette Einwohner hat, die uns Touristen gegenüber immer hilfsbereit waren.

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Organisatoren der Reise, Carsten Goldmann und Torsten Mensing bedanken, ohne die es sicherlich keine Australienreise gegeben hätte. Sie haben bereits bei der New York Reise des Collegiums gezeigt, wie man so etwas organisiert.

Bedanken möchte ich mich auch bei Jörg Ulf Gäbel, unserem Reise-leiter. Er sorgte stehts dafür, daß wir unser Flugzeug rechtzeitig erreichten, uns in den richtigen Bus oder Fähre setzten und daß unsere Zimmer bezugsfertig waren, wenn wir nach langen Tagesreisen müde im Hotel ankamen.

Rolf Franke

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