
19.06.2006
Bruchmeister Sven Seißelberg verheiratet
Es war soweit, Sven Seißelberg und seine „schöne Müllerin“ (in etwa die klein-buchholzerische Heidekönigin) wollten sich das Ja-Wort geben.
Bevor sie aber in den ruhigen, gesitteten Stand der Ehe eintraten, wollten sie es noch mal so richtig krachen lassen, auf ihrem Polterabend. Geladen war die Crème dè la Crème aus Traditionsverein, Feuerwehr, Bruchmeistern und Freunden. Aus einem „Löschzug“ sprudelten kalte Getränke (wer wollte bei der Hitze auch was Warmes trinken). So konnten wir mit guten Essen, kalten Getränke und immer wieder polternd zerberstenden Porzellantellern und -vasen das Ende der wilden Zeit des jungen Paares als Singles gebührend feiern. Lange dauerten die Gespräche und das nette Beisammensein, und bis darauf, dass ich der einzige Bruchmeister war, der tatsächlich ohne Begleitung erschienen war, war es eine super Fete.
Problematischer war dann schon das Spalierstehen an der Kirche. Als ich zu Beginn der Trauung an der Kirche ankam, und gerade noch sah, wie der Bräutigam die Kirche betrat und der Jeep der Braut vorfuhr, war der einzige weitere Bruchmeister Peter Steinborn. Als wir bis fünfzehn Minuten vor Ende der Trauung noch nicht mehr geworden waren, erfuhr ich telefonisch von Tato, dass sich eigentlich sechs Bruchmeister angemeldet hatten. Von diesen ließ sich aber leider keiner mehr blicken. So stellten Peter und ich uns allein vor die Kirche, um dem Paar zumindest die Glückwünsche der Bruchmeister zu überbringen, wenn es denn schon kein richtiges Spalier gab.
Die Hochzeit ist einer der schönsten Tage im Leben, bei dem wir als Bruchmeister die Möglichkeit haben, ihn für unsere Collegen abzurunden, und jeder verheiratete Bruchmeister wird bestätigen, was für ein großartiges Gefühl es war, aus der Kirche zu treten und von einem Spalier aus Zylindern begrüßt zu werden. Woran es liegt, daß meist nur sehr wenige von uns an den Kirchen stehen, ist die große Frage ... geben die Hochzeiter zu spät Bescheid, werden die Termine zu spät weitergegeben, sind es immer die gleichen die sich aufraffen und deshalb (verständlicherweise) nicht immer Lust haben, gibt es Einsatzbereite, die gar nichts davon mitbekommen; sind die separat eingeladenen Bruchmeister zu bequem, sich kurz umzuziehen?
Da dies kein Einzelfall war, denke ich, wäre es gut, über diese Fragen mal nachzudenken, es wäre schön, wenn wir diesen Brauch für alle Bruchmeister würdig weiterführen könnten.
Bastian Tietjen
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